Asger Jorn

Geboren am: 3. März 1914

Gestorben am: 1. Mai 1973

Geboren 1914 in Vejrum (Jütland), gestorben 1973 in Aarhus. Maler, Bildhauer, Keramiker. Gründungsmitglied der Gruppe CoBrA und der Situationistischen Internationale. Er beginnt als Porträt- und Landschaftsmaler und wendet sich ab 1934 der abstrakten Malerei zu. Jorn nennt seine Kunst auch „Forschungsmethode“ zur Erkundung des mythischen Kerns der menschlichen Wirklichkeit, den er in seiner Interpretation darstellt.

Beiträge von Asger Jorn
Internationale Situationniste, Numéro 1

Les situationnistes et l’automation

juin
1958

Il est assez étonnant que presque personne, jusqu’à présent, n’ose développer la pensée de l’automation jusqu’à ses dernières conséquences. Par le fait, il n’y a pas de véritables perspectives. On a plutôt l’impression que les ingénieurs, les savants, les sociologues essaient de faire passer (…)

Internationale Situationniste, Numéro 4

La fin de l’économie et la réalisation de l’art

juin
1960

Le temps n’est pas autre chose pour l’homme qu’une succession de phénomènes en un point d’observation de l’espace, cependant que l’espace est l’ordre de coexistence des phénomènes dans le temps, ou le processus. Le temps, c’est le changement qui n’est concevable que sous forme de mouvement en (…)

Internationale Situationniste, Numéro 4

Originalité et grandeur

(sur le système d’Isou)
juin
1960

Isidore Isou, réfutant les écrits d’un de ses amis d’une période récente, qu’il nomme sobrement X pour ne pas lui faire une publicité imméritée, déclare dans le n° 10 de Poésie Nouvelle (premier trimestre 1960) : L’un des plus mesquins mensonges de l’auteur de Grammes, c’est de parler de mon (…)

Internationale Situationniste, Numéro 5

La création ouverte et ses ennemis

décembre
1960

1 Bien des gens n’eussent jamais été connus, si d’excellents adversaires n’eussent pas fait état d’eux. Il n’y a point de plus haute vengeance que l’oubli ; car c’est ensevelir ces gens-là dans la poussière de leur néant. Baltasar Gracian. L’Homme de Cour. « J’ai toujours considéré (…)

Internationale Situationniste, Numéro 6

La pataphysique, une religion en formation

août
1961

L’histoire des réligions se compose apparemment de trois stades. La religion dite matérialiste ou naturelle, arrivée à sa maturité dès l’âge de bronze. La religion métaphysique, qui commence avec le zoroastrisme, et se développe à travers le judaïsme, le christianisme, l’islam, jusqu’au (…)

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Asger Jorn (1963)

Asger Jorn (* 3. März 1914 in Vejrum, Jütland; † 1. Mai 1973 in Aarhus; eigentlich Asger Oluf Jørgensen) war ein dänischer bildender Künstler, Grafiker, Keramiker und Schriftsteller.

Asger Oluf Jørgensen war der zweite Sohn eines Lehrerehepaars und hatte fünf Geschwister. Sein Vater starb 1926 durch einen Autounfall. Bis 1929 lebt die Familie in dem Dorf Vejrum. Dann zog sie nach Silkeborg um.[1] Dort erhielt Jorn private Malstunden von dem Kunstmaler Martin Kaalund-Jørgensen. Jorn schätzte dessen dynamische Malerei mit schwingenden Linien und malte um 1933 selbst sanft hügelige Landschaften. Mit den „Freien jütischen Malern“ debütierte er als Künstler in der Silkeborger Bibliothek.[2]

In Silkeborg lernte Jorn den radikalen Syndikalisten Christian Christiansen kennen, womit sein lebenslanges politisches Engagement begann. Hier absolvierte Jorn ein sogenanntes freies, grundtvigianisch geprägtes Lehrersminar.[3] Man kann es auf den Punkt bringen, dass Jorn seit seinem Seminarbesuch durch die „Lehre“ („teachings”) Grundtvigs beeinflusst war.[4] Grundtvigs Leben als Politiker, Reformädagoge, Übersetzer und Theologe hatte nachhaltige Spuren in der dänischen Gesellschaft hinterlassen.

Im Seminar belegte Jorn einen Kursus über skandinavische Anschauungen des 19. Jahrhunderts. Er nutzte diverse Gelegenheiten, in seinem Seminar auszustellen und nahm daneben Fensterausstellungen in einem Schulbuchgeschäft wahr. Im März 1935 fertigte Jorn eine dekorative Gestaltung anlässlich einer Aufführung von Schülern an. Er formte auch Tonfiguren im Seminar.[5] Hier und in der Bibliothek hielt er Vorträge über moderne Kunst und über kollektive (soziale) Kunst, worunter er Reproduktionskunst (Plakate) zum einen und Wandmalerei an öffentlichen Gebäuden zum anderen verstand.[6]

Jorns erster Artikel über Kunst erschien 1933 in der Schülerzeitung „Maal og Mærke”.[7] Seine künstlerischen und kunsttheoretischen Beiträge überstiegen bei Weitem den Rahmen dessen, was das Seminar von ihm als einem Studenten erwartete.

Jorn wurde in die privilegierte Lage versetzt, internationale Kunstmagazine studieren zu können, die von dem Biblioteksleiter Peter Nielsen beschafft worden sind. Daraus bezog er Informationen über neue künstlerische Strömungen, beispielsweise auch über das Bauhaus in Deutschland. Er kannte mehrere Kandinsky-Kataloge und erhielt durch die Bücher des dänischen Kunstbuchverlages Illum Einblick in die Ausgaben der Pariser Journale „Cahiers d'art” und „Minotaure”.[8][9][10]

Jahre nach seinem Seminarbesuch schilderte Jorn das Milieu, in dem er groß geworden war, als beklemmend und negativ.[11] Er schlug einen künstlerischen Weg ein, obwohl ihm bewusst war, dass in seinem Herkunftsmilieu fast alle Künstler mit einer amoralischen Gegenmacht assoziiert wurden, und dass Avantgarde-Künstler häufig als psychisch krank diffamiert wurden.[12] Für die Ursache seiner Ängste machte Jorn das missionarisch geprägte Milieu in seinem Elternhaus verantwortlich. Dort bestand für den jungen Jorn (eigentlich Jørgensen) der Zwang, zur Kirche, zur Sonntagsschule und zu Missionsversammlungen zu gehen. Die moralische Strenge der Inneren Mission prägte das Leben in der Schule, der Gemeinde und der Familie. So erlebte er den größten Gegensatz zwischen seiner missionarisch geprägten Herkunft und der Welt einer kleinen prosperierenden Stadt, die ihm Möglichkeiten der kulturellen Entfaltung und der Bildung bot. Es entstand eine große Verbundenheit mit der Stadt Silkeborg, so dass ihr Jorn zu seinen Lebzeiten eine Sammlung mit über 5000 Werken moderner Kunst übereignete.

Zwischen 1936 und 1939 hielt sich Jorn mehrmals in Paris auf und studierte bei Fernand Léger. Er nahm jedoch bald eine kritische Stellung gegenüber Léger ein. Dessen Vorgehensweise in der Malerei war aus Jorns Sicht eine, die alle Unwägbarkeiten und Zufälle aus dem künstlerischen Prozess verbannte.[13] Jorn stellte Légers de facto klassischen Vorstellungen seine eigene spontane Malerei entgegen.[14] Es war in kürzester Zeit offenkundig, dass er dem puristischen Prinzip Légers trotzen würde.

In internationaler Sicht waren die dänischen Künstler bis zum Kriegsende isoliert. Einige von ihnen - Jorn selbst, Egill Jacobsen, Henry Heerup, Ejler Bille, Carl-Henning Pedersen und Else Alfelt - traten der Künstlergruppe (oder Ausstellungsplattform) „Høst” bei und gestalteten ab 1941 die transkulturell ausgerichtete Zeitschrift „Helhesten”. Man fand Artikel über Malerei und Keramik, über Jazz, Ethnografie und Architektur vor. Auch Malerei und Lyrik wurden veröffentlicht.

In der Høst-Gruppe und hiernach in weiteren Gruppierungen bildeten sich die Methoden des „deskilling” und der „de-specialization” heraus.[15] Unterschiedliche Berufsgruppen - wie z. B. Künstler, Dichter, Archäologen, Architekten - belieferten die Bulletins mit ihren Beiträgen, und Jorn forderte dazu auf, dass Autoren malen, Maler zu Bildhauern werden, während Architekten dichten sollten.[16]

In einem weiteren Pojekt - es handelt sich um die Bemalung des Kindergartens in Tibirke 1944 mit einigen Gefährten der Høst-Gruppe - war es für Jorn offenkundig, dass die Zusammenarbeit der Künstler egalitärer und kommunitärer verlief als vergleichsweise in Légers Atelier. Die Abwesenheit von Hierarchien bildet ein Prinzip, das sich auf die Cobra-Gruppe und das spätere „Bauhaus imaginista” übertragen lassen sollte.[17] Das Wandbild wurde als „sozial” definiert, nicht nur weil es sich eventuell in einer öffentlichen Einrichtung befand, sondern auch weil sich Künstler zu einer Arbeitsgemeinschaft vereinigten.[18] Jorns Begeisterung galt den kollektiven Formen der Arbeit.

Jorn gehörte bereits zu Seminarzeiten der linken Szene an. Zum letzten Mal versammelte sich 1947 ein breites Spektrum junger dänischer Künstler anlässlich der Ausstellung „Dansk kunst i dag” unter der Leitung von Egill Jacobsen und von der kommunistischen Tageszeitung „Land og folk” ausgerichtet. Die Dänische Kommunistische Partei hatte gemäß der stalinistischen Doktrin beschlossen, nur noch „sozialrealistische” Kunst zuzulassen.[19] In der Nachfolgezeitschrift des „Arbeiterblattes” „Land og folk” erfolgte am 27. Dezember 1948 eine letzte Veröffentlichung Jorns innerhalb der Strukturen der Dänischen Kommunistischen Partei. Der Titel seines Artikels lautet: „Hvad er reaktion?” („Was bedeutet Reaktion?”). Jorns Präsenz in den kommunistischen Medien (als Autor) brach zu diesem Zeitpunkt ab.[20]

Für die Zeit um 1948–1949 setzte Graham Birtwistle eine weitere Zäsur in Jorns theoretischer Arbeit an, die nun „archäologisch” und „ikonografisch” werde.[21] Das frühgeschichtliche („archäologische”) Interesse Jorns erwachte bereits 1941. Angeregt durch den Archäologen P. V. Glob, gelangte er an eine Studie Oscar Almgrens über skandinavische Steinritzungen.[22] Das vielgestaltige künstlerisch-kulturelle Profil des Journals „Helhesten” hatte Jorn dazu angeregt, selbst die disziplinäre Grenze der Malerei zu überschreiten, so dass er architekturtheoretische sowie archäologische Beiträge vefasste.

1948 begann Jorn - wahrscheinlich angeregt durch die Lektüre einer niedergeschriebenen Vortragsreihe Grundtvigs über Mythen und Götterpaare: „Brage-Snak” - Listen zu Mythenmotiven zu erstellen, die sich auf den Darstellungen der Goldhörner von Gallehus befinden. Ein Buch über die Goldhörner stellte Jorn unter dem Titel „La rue de la fortune” 1948 fertig, aber erst zehn Jahre danach konnte er es veröffentlichen.[23] Bei den Goldhörnern von Gallehus war Jorn der Überzeugung, dass die dort auftauchenden Symbole und Zeichen in der spontanen gegenwärtigen Malerei wiederkehren.[24]

Jorn besann sich nun darauf, verschiedene Ornamente aus dem Norden Europas zu dokumentieren. Aus diesem Ansinnen erwuchs in den 60er Jahren sein Projekt des SISV (Skandinavisk Institut for Samenlignende Vandalisme; Skandinavisches Institut für Vergleichenden Vandalismus), das den Aufbau eines Foto-Archivs nebst Bücherei und die beabsichtigte Herausgabe von 32 (28?) Bänden über 10000 Jahre nordische Volkskunst umfasste. In der geplanten Monumentalität wurde das SISV-Projekt allerdings nicht umgesetzt. Acht Bände mit hochwertigen Bildern wurden von Jorn vorbereitet, aber in ihrer Überzahl erst nach seinem Tod veröffentlicht. Sie befassen sich u. a. mit grönländischer und samischer Volkskunst, mit den Steinreliefs Schonens, mit norwegischen Stabkirchen, mit irischer Buchmalerei, mit Einritzungen an Kirchenmauern der Normandie, mit Artefakten aus der nordischen Eisenzeit sowie mit Bildern des Nordens aus dem frühen Mittelalter.[25][26]

1948 ist auch das Gründungsjahr von Cobra. Am 8. November unterzeichneten Dotremont, Jorn, Constant, Appel und Corneille das Cobra-Manifest noch in Paris.[27] Verglichen mit den anderen Künstlern, waren die dänischen Künstler die einzigen, die bessere Arbeitsbedingungen in der Kriegszeit hatten und entsprechend hatten sie den höchsten Reifegrad erreicht.[28] Auf einer pratischen Ebene ging es darum, dass sich die teilnehmenden niederländischen Künstler dem dänischen Konzept anschlossen. Im Zentrum stand dabei der innovative Begriff der spontanen Methode der malerischen Entfaltung.[29] Zwischen den Høst-Künstlern Egill Jacobsen, Ejler Bille, Asger Jorn, Carl-Henning Pedersen und Else Alfelt und dem belgischen Maler und Dichter Christian Dotremont sowie mit den niederländischen Vertretern Karel Appel, Constant Nieuwenhuis und Corneille entstand eine Zusammenarbeit, die sich auf zirka 50 Künstler ausweiten sollte. Diese Initiative erhielt den Namen COBRA, entsprechend COpenhague, BRuxelles und Amsterdam. Der Zusammenschluss dauerte drei Jahre, doch seine Auswirkungen waren viele Jahre lang zu spüren.

Anlässlich der Besuche der dänischen Künstler in Amsterdam machte Vilhelmijn Stokvis auf die tiefe vorgeschichtliche Verwurzelung der dänischen Malerei aufmerksam, die den Niederländern selbst nicht eigen sei. Stokvis bemerkte, dass die dänischen CoBrA-Künstler wenige Jahre nach dem Krieg nicht allein eine marxistische Orientierung nach Holland mitbrachten, sondern dass sie auch die Vorstellungen Grundtvigs teilten.[30] Einige hatten dänische Volkshochschulen besucht.[31]

Nach der Genesung von einer lebensbedrohlichen Lungenerkrankung fuhr Jorn (nach einem Aufenthalt in der Schweiz) in Ligurien mit einem weiteren Gemeinschaftsprojekt fort. Ausgelöst durch eine Auseinandersetzung mit Max Bill, dem Mitbegründer der Hochschule für Gestaltung in Ulm, konzipierte Jorn ein Bauhaus, das auf künstlerische Inspiration setzt.[32] Er betrachtete es als ein vielseitiges experimentelles künstlerisches Zentrum, das im Gegensatz zu einer marktorientierten Gewerbeschule stand.[33]

Nachdem die Auseinandersetzung mit Bill gescheitert war, gründete Jorn 1955 die erste experimentelle Arbeitsgruppe der internationalen Bewegung für ein „Bauhaus imaginista”. In den Jahren zwischen 1954 und 1956 fanden mehrere Künstlertreffen und Konferenzen statt, die Jorn als einen Versuch ansah, einen Gegenraum improvisierter Volksbildung zu eröffnen.[34] 1954 wurde ein internationales Keramikertreffen u. a. mit Appel, Corneille, Baj und Matta angesetzt. 1955 erfolgte die Durchführung eines experimentellen Labors in Alba mit Pinot Gallizo (industrielle Malerei) und tschechischen Kollegen. 1956 beriefen Jorn und Gallizo den „Ersten Weltkongress der freien Künstler in Alba” ein.

Jorn und seine Mitstreiter verstanden sich - ohne je in Weimar oder in Dessau gewesen zu sein - als „Bauhäusler”. In diesem Sinne machte Jorn geltend: „Nous sommes une dérivée de „Bauhaus”, et tant que les artistes danois ont apporté quelque chose à Cobra, c' est au base premier du „Bauhaus”. (Wir sind Abkömmlinge des „Bauhauses”, und solange dänische Künstler etwas zu Cobra beigetragen haben, ist dies auf der ureigensten Grundlage des „Bauhauses” der Fall.)[35]

Berührungspunkte mit dem Bauhaus gab es allerdings. Davon abgesehen, dass Jorn Kandinskys Werk sehr schätzte, handelte der erste in „Helhesten” veröffentlichte Text, der von dem Høst-Künstler Carl-Henning Pedersen verfasst wurde, von Paul Klee. Auch war es ein „Bauhäusler” gewesen, der Asger Jorn in das dänische Architekturforum eingeführt hatte. Es handelt sich um den Architekten Edvard Heiberg. Danach verfasste Jorn die kunst- und architekturtheoretischen Essays „Yang-Yin”[36] und „Apollon eller Dionysos”[37].

Aus der spezifisch dänischen Sicht Jorns ist es verständlich, dass es einer Volkshochschule bedarf, um ein (künftiges) Bauhaus zu organisieren. Damit spricht Jorn den sogenannten dritten Zweig des dänischen Bildungssystems an, der unabhängig von Berufsschulen und Akademien existiert. Volkshochschulen seien nach Jorn für einen antididaktischen und antiprofessionellen Zweck geschaffen und seien in allen Bereichen antidoktrinär. Jeder freie Künstler sollte dort die volle Autonomie genießen.[38]

Nicht zuletzt aufgrund seines initiatoischen Verhaltens war Jorn im Umfeld der Galerie van de Loo in München als einer der wichtigsten Mittlerfiguren in der europäischen Kunstszene angesehen.[39] Er hatte dort eine Einzelaustellung und brachte die Münchener Gruppe Spur mit der linksintellektuellen (Künstler-Guppe „Internationale Situationniste” zusammen. Es erfolgte 1962 seine erste Einzelausstellung in New York.

1964 wurde er von einer internationalen Jury, die von Lawrence Alloway zusammengestellt wurde, mit dem Guggenheim Award ausgezeichnet, der mit einem großzügigen Geldpreis verbunden war. Am folgenden Tag schickte Jorn dieses Telegramm an den Präsidenten des Guggenheim, Harry F. Guggenheim:

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Das Telegramm von Asger Jorn an Harry F. Guggenheim

GO TO HELL WITH YOUR MONEY BASTARD-STOP-REFUSE PRICE -STOP-NEVER ASKED FOR IT-STOP-AGAINST ALL DECENSY (sic!) MIX ARTIST AGAINST HIS WILL IN YOUR PUBLICITY-STOP-I WANT PUBLIC CONFIRMATION NOT TO HAVE PARTICIPATED IN YOUR RIDICULOUS GAME JORN

Zuletzt lebte er mit der Künstlerin Nanna Enzensberger zusammen, die er auf seiner Weltreise 1970 in New York kennengelernt hatte. Sie lebten in Colombes am Stadtrand von Paris, wo Jorn ein kleines Haus gekauft hatte. 1971 kam ihr gemeinsamer Sohn, Ib Maurice auf die Welt. Kurz nach ihrer Scheidung von Christian Enzensberger, drei Monate vor seinem Tod, heiratete Jorn Enzensberger.[40][41][42][43]

Im Sommer 1972 arbeitete er in Albissola an einer Reihe von Tonskulpturen, die in Bronze gegossen wurden.

Im Januar 1973 wurde er in das Stadtkrankenhaus von Aarhus eingeliefert. Anfang April, nach seiner Heirat mit Nanna Enzensberger, reiste er nach Albissola, wo er bestätigte, dass er sein Haus der Stadt schenken würde. Gleichzeitig sorgte er dafür, dass sein Freund Umberto Gambetta und seine Frau in dem Haus wohnen konnten, solange sie lebten. Jorn starb am 1. Mai 1973 in Aarhus. Er ist auf dem Friedhof von Grötlingbo auf Gotland begraben.

Schwarzweiß-Porträt von Asger Jorn im Halbprofil, hochgeschlagener Mantelkragen, im Hintergrund ein hoher dunkler Abhang
Asger Jorn (1961)

Seine Malerei ist mit dem Informel verbunden, sie variiert zwischen figurativer und abstrakter Malerei. Thematisch orientierte er sich an nordischen Sagen und Mythen. Bekannt sind seine Umgestaltungen alter Bilder, die er auf Flohmärkten erwarb. Sein Frühwerk zeigt sich von Le Corbusier beeinflusst. Später wurde der Bildaufbau und die Maltechnik dynamischer: „Mit kraftvollem, rüdem Pinselstrich malte er geheimnisvolle Wesen, oft bis zur Unkenntlichkeit abstrahiert, krude, dämonische Spukgestalten, Bilder, die der Art brut nahestehen und nicht selten den Charme von Kinderzeichnungen haben.“[44]

Daneben arbeitete Jorn umfassende Theorien der Kunst und der Gestaltung aus, die Politik und Wirtschaft miteinbezogen.

Das in der dänischen Stadt Silkeborg gelegene Museum Jorn verwaltet heute das künstlerische Erbe Asger Jorns. Das Museum besitzt den weltweit größten Bestand an Werken des Künstlers. Darüber hinaus sind seine Arbeiten in den Sammlungen zahlreicher Museen vertreten, unter anderem in der Kunsthalle Bremen, in der Kunsthalle Emden, im Cobra Museum, im Statens Museum for Kunst und in Louisiana Museum of Modern Art.

Asger Jorn war Teilnehmer der documenta II (1959) und der documenta III im Jahr 1964 in Kassel.

2018 stellten die Hamburger Deichtorhallen sein Werk unter dem Titel Asger Jorn – Without Boundaries[45] vor.

Dreiseitiger Fußball

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Durch die Erfindung der Sportart „Dreiseitiger Fußball“ gab er seinem philosophischen System der Triolektik eine praktische Anwendung und Veranschaulichung (im Gegensatz zur Dialektik gibt es drei gegensätzliche Positionen, von denen sich aber z. B. zwei temporär zu Lasten der jeweils Dritten zusammenschließen können). Die Triolektik war eine Form der Dekonstruktion des Konzepts der Dialektik.

  • Held & hasard – dolk & guitar. Kopenhagen 1952; 2. oplag: Udsendt som meddelelse nr. 3 fra Skandinavisk Institut for Sammenlignende Vandalisme 1963; 3. oplag er et fotografisk genoptryk af udgaven fra 1963, Borgens Forlag (Kopenhagen-Valby) o. J., ISBN 87-418-3079-2.
  • Naturens orden. De divisione naturae. Silkeborginterpretation contra Københavnerinterpretation. Udsendt som meddelelse nr. 1 fra Skandinavisk Institut for Sammenlignende Vandalisme 1962, Kopenhagen 1962; 2. oplag er et fotografisk genoptryk, Borgens Forlag (Kopenhagen-Valby) o. J., ISBN 87-418-3080-6.
  • Værdi og økonomi. Kritik af den økonomiske politik og udbytningen af det enestående. Udsendt som meddelelse nr. 2 fra Skandinavisk Institut for Sammenlignende Vandalisme og "Foreningen for ung dansk kunst" 1962, Borgens Forlag (Kopenhagen-Valby) 1962.
  • Ting og Polis. Komplementariteten mellem sandhedskrav og retskrav i vesteuropoæisk kultur. Udsendt som meddelelse nr. 4 fra Skandinavisk Institut for Sammenlignende Vandalisme 1964, Kopenhagen 1964; 2. oplag er et fotografisk genoptryk, Borgens Forlag (Kopenhagen-Valby) o. J., ISBN 87-418-3081-4.
  • Alfa og omega, second to none. Skrevet som meddelelse nr. 5 fra Skandinavisk Institut for Sammenlignende Vandalisme 1963–64, Kopenhagen 1964; Udgivet 1980 Borgens Forlag (Kopenhagen-Valby) 1980, ISBN 87-418-3076-8.
  • Open Creation and It's Enemies. Unpopular Books, 1994.
  • Gedanken eines Künstlers. Heil und Zufall (1953). Die Ordnung der Natur (1961–1966). München 2002, ISBN 3-924963-87-8.
  • Guy Atkins, Asger Jorn und Troels Andersen: Asger Jorn. Jorn In Scandinavia. 1930–1953. A study of Asger Jorn's artistic development from 1930 to 1953 and a catalogue of his oil paintings from that period. London, 1968
  • Guy Atkins, Asger Jorn und Troels Andersen: Asger Jorn. The Crucial Years 1954–1964. A study of Asger Jorn's artistic development from 1954 to 1964 and a catalogue of his oil paintings from that period. London 1977
  • Guy Atkins, Asger Jorn und Troels Andersen: Asger Jorn. The Final Years, 1965–1973. A study of Asger Jorn's artistic development from 1965 to 1973 and a catalogue of his oil painting from that period. London 1980
  • Guy Atkins und Troels Andersen: Asger Jorn. Supplement to the oeuvre catalogue of his paintings from 1930 to 1973. London 1986
  • Guy Atkins und Troels Andersen: Asger Jorn. Revised supplement to the œuvre catalogue of his paintings from 1930 to 1973. Copenhagen 2006
  • Jürgen Claus: Asger Jorn als Theoretiker. Gespräch mit Asger Jorn. In: Jürgen Claus: Kunst heute. Rowohlt, Reinbek 1965
  • Gerd Presler: Asger Jorn, Werkverzeichnis der Druckgraphik, 2. Auflage, München/Silkeborg 2009 (1. Auflage 1976, Otto van de Loo)
  • Gerd Presler: Asger Jorn. (1914–1973) "Da greift man ins Leere" (You reach into the void), in: Am Anfang. Zeichnungen aus der Kindheit großer Künstlerinnen und Künstler. (In the Beginning. Childhood Drawings by Eminent Artists), Karlsruhe 2021, S. 103–107
  • Graham Birtwistle: Asger Jorn’s comprehensive theory of art between Helhesten and Cobra 1946–1949. Utrecht 1986.
  • Henning Eichberg: Vergleichender Vandalismus. Wer sind Sie eigentlich, Asger Jorn? In: Wolfgang Dreßen u. a. (Hrsg.): Nilpferd des höllischen Urwalds – Spuren in eine unbekannte Stadt – Situationisten, Gruppe SPUR, Kommune I. Werkbund-Archiv, Berlin / Anabas, Gießen 1991, S. 92–105.
  • Jens Staubrand: Asger Jorn – aforismer og andre korte tekststykker. København 1995, ISBN 87-21-00175-8. (Asger Jorn aphorisms and other short passages. Valby 1995)
  • Troels Andersen: Asger Jorn 1914–1973. Köln 2001, ISBN 3-88375-477-3.
  • Troels Andersen, Brian Rasmussen, Roald Pay: Jorn in Havanna. Copenhagen 2005. (englisch, dänisch)
  • Gerd Presler: Werkverzeichnis der Skizzenbücher. Silkeborg Kunstmuseum, 2006, ISBN 87-87932-94-6.
  • Norbert Haas: Jorns Stalingrad. In: Liechtensteiner Exkurse VI: Virtuosität. Eggingen 2007, ISBN 978-3-86142-410-9.
  • Norbert Haas: Jorns Stalingrad. In: Liechtensteiner Exkurse VI. Edition Isele, Eggingen 2007, S. 275–296.
  • Jens Staubrand: Asger Jorn – On the author Ager Jorn and his five books from the Scandinavian Institute of Comparative Vandalism and Index to Asger Jorn’s five books from the Scandinavian Institute of Comparative Vandalism. Copenhagen 2009, ISBN 978-87-92259-89-9. (englisch, dänisch)
  • Bernd Henningsen: Ting und Polis oder die Vorbildlichkeit der politischen Ordnung des Nordens Nachrichten aus Asger Jorns Skandinavischem Institut für Vergleichenden Vandalismus, Abschiedsvorlesung 24. Juni 2010 Humboldt-Universität zu Berlin, Philosophische Fakultät II, Nordeuropa-Institut
  • Norbert Haas, Vreni Haas: Jorn på Læsø. Chaosmos Press, Vaduz 2012.
  • Ruth Baumeister: Asger Jorn in Bild, Wort und Form. Scheidegger & Spiess AG, Zürich 2014, ISBN 978-3-85881-385-5.
  • Norbert Haas: Forever Jorn. Nimbus, Wädenswil am Zürichsee 2014, ISBN 978-3-03850-001-8.
Commons: Asger Jorn – Sammlung von Bildern

Biografien und weiterführende Informationen

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Einzelnachweise

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  1. Norbert Haas: Forever Jorn. 2014, S. 187. Fehler in Vorlage:Literatur – *** Ungültig: Seitenzahl mit unnötigem Zusatz
  2. Troels Andersen: Asger Jorn 1914-1973. 2001, S. 26. 
  3. Silkeborg Seminarium 1886–1936, et Minde- og Festskrift. Silkeborg 1936. 
  4. Michael Baers, Iris Ströbel: From Social Democratic Experiment to Postwar Avantgardism – Asger Jorn and the International Movement for an Imaginist Bauhaus. In: bauhaus-imaginista.org. Abgerufen am 12. September 2026 (englisch). 
  5. Troels Andersen: Asger Jorn 1914–1973. 2001, S. 15, 18, 34 u. 37 f. 
  6. Troels Andersen: Asger Jorn 1914-1973. 2001, S. 28, 37. 
  7. Guy Atkins und Erik Schmidt: Asger Jorn, Bibliografi. Privatdruck, Kopenhagen 1964. 
  8. Troels Andersen: Asger Jorn 1914-1973. 2001, S. 15, 17. 
  9. Ruth Martha Baumeister: De l’architecture sauvage. Asger Jorns Kritik und Konzept der Modernen Architektur. 2009, S. 26, 158. 
  10. Sven Nommensen: Asger Jorn - Das Frühwerk und die spontane Methode der malerischen Entfaltung. 2002, S. 26. 
  11. Sven Nommensen: Asger Jorn - Das Frühwerk und die spontane Methode der malerischen Entfaltung. 2002, S. 54. 
  12. Ruth Martha Baumeister: De l’architecture sauvage, Asger Jorns Kritik und Konzept der Modernen Kunst. 2009, S. 68. 
  13. Sven Nommensen: Asger Jorn - Das Frühwerk und die spontane Methode der malerischen Entfaltung. 2002, S. 57. 
  14. Sven Nommensen: Asger Jorn - Das Frühwerk und die spontane Methode der malerischen Entfaltung. 2002, S. 33. 
  15. Nicola Pezolet: Reconstruction and the Synthesis of the Arts in France, 1944-1962. 2013, S. 223, 230. 
  16. Nicola Pezolet: Reconstruction and the Synthesis of the Arts in France, 1944-1962. Massachusetts 2013, S. 223. 
  17. Nicola Pezolet: Reconstruction and the Synthesis of the Arts in France, 1944-1962. 2013, S. 202. 
  18. Nicola Pezolet: Reconstruction and the Synthesis of the Arts in France, 1944-1962. 2013, S. 229. 
  19. Graham Birtwistle: Lebendige Kunst. Asger Jorns Kunsttheorie von Helhesten bis Cobra. 1946-1949. 1996, S. 111 ff. 
  20. Per Hovdenakk (Hrsg.): Cobra. 1989, S. 61, 68. 
  21. Graham Birtwistle: Lebendige Kunst. Asger Jorns Kunsttheorie von Helhesten bis Cobra. 1946-1949. 1996, S. 32 f. 
  22. Graham Birtwistle: Lebendige Kunst. Asger Jorns Kunsttheorie von Helhesten bis Cobra. 1946-1949. 1996, S. 253. 
  23. Troels Andersen: Asger Jorn 1914-1973. 2001, S. 165. 
  24. Chorong Yang: Graffity et street art. Etude des discours histographiques et de la critique esthétique d’ une forme social de modernité visuelle. Universität Grenoble 2014, S. 120, Fußnote 219. 
  25. Norbert Haas: Forever Jorn. 2014, S. 190. 
  26. Troels Andersen: Asger Jorn 1914-1973. 2001, S. 416. 
  27. Per Hovdenakk: Cobra. 1989, S. 71. 
  28. Per Hovdenakk: Cobra. 1989, S. 28. Fehler in Vorlage:Literatur – *** Ungültig: Seitenzahl mit unnötigem Zusatz
  29. Per Hovdenakk (Hrsg.): Der neue Realismus. Einige Informationen zum Verständnis der Grundlage der innovativen Kunst in Dänemark. Cobra, 1989, S. 33–36. 
  30. Willemijn Stokvis: CoBrA - eine internationale Bewegung in der Kunst nach dem zweiten Weltkrieg. 1989, S. 8, 12, 19 f. 
  31. Carl-Henning Pedersen und Else Alfelt, Katalog (Deutsche Ausgabe), siehe Biografie. 1993. 
  32. Asger Jorn: Plädoyer für die Form. 1990, S. 34. 
  33. Nicolat Pezolet: Reconstruction and the Debates on the „Synthesis of the Arts” in France, 1944-1962. 2013, S. 204 f. 
  34. Nicola Pezolet: Reconstruction and the Synthesis of the Arts in France, 1944-1962. 2018, S. 177. 
  35. Ruth Baumeister: De l' architecture sauvage. Asger Jorns Kritik und Konzept der Modernen Achitektur. Zitiert aus einem Brief von Asger Jorn an Pièrre Alechinsky. 2009, S. 158. 
  36. Asger Jorn: Yang-Yin. Det dialektisk-materialistiske livsprincip. In: A 5. III, 4. Kopenhagen 1947. 
  37. Asger Jorn: Apollon eller Dionysos. In: Byggmästaren. Jahrgang 26, Nr. 17. Stockholm 1947. 
  38. Asger Jorn: Writings on Art and Architecture. Bureau Of Public Secrets, 1957, abgerufen am 13. September 2026 (englisch). 
  39. Carla Schulz-Hoffmann, Clara Wittmann (Hrsg.): Leidenschaft für die Kunst. Otto van de Loo und seine Galerie. Portrait der Galerie van de Loo. 2005, S. 32. Fehler in Vorlage:Literatur – *** Ungültig: Seitenzahl mit unnötigem Zusatz
  40. Bernd Henningsen: Ting und Polis oder die Vorbildlichkeit der politischen Ordnung des Nordens Nachrichten aus Asger Jorns Skandinavischem Institut für Vergleichenden Vandalismus, Abschiedsvorlesung 24. Juni 2010 Humboldt-Universität zu Berlin, Philosophische Fakultät II, Nordeuropa-Institut
  41. Asger Jorn: Eine Herausforderung für das Licht, Tomie Ohtake Institute
  42. Ib Maurice Jorn (Memento vom 30. September 2022 im Internet Archive)
  43. galerie-huebner.de
  44. P[etra] B[osetti]: Krude Wesen, rüder Strich. München: Asger Jorn. In: Art. Das Kunstmagazin. Gruner + Jahr, Hamburg Februar 1987, Ausstellungen, S. 98. 
  45. Asger Jorn – Without Boundaries. Abgerufen am 10. April 2023 (deutsch).