Aus dem Nachlass. Zuerst erschienen in: sans phrase. Zeitschrift für Ideologiekritik Wien und Freiburg, Heft 7, Herbst 2015, Seite 109–131 Las, wie ich zufällig feststellte, genau 50 Jahre nach seinem Erscheinen wieder einmal den Cornet. Der degout, der mir nach dieser Köstlichkeit im Gaumen (…)
Avec un texte qu’il intitule « La poésie au-dessus de tout », Péret ouvre le premier numéro du bulletin surréaliste Bief par une attaque contre les situationnistes, auxquels il prête le projet idiot de placer la poésie et l’art sous « la tutelle » de la science. Les déclarations confuses de (…)
Où en est la production culturelle ? Elle confirme tous nos calculs, si l’on confronte les phénomènes des douze derniers mois avec l’analyse de la décomposition présentée depuis quelques années par l’I.S. (cf. « L’absence et ses habilleurs » dans Internationale Situationniste 2, de décembre (…)
Der russische Romandichter Dostojewski schreibt einmal über eine Figur in einem seiner Romane: „Ich wollte dem Leser einen Menschen vorführen, der von den anderen Leuten etwas absticht, einen Charakter aus der jüngst vergangenen Zeit, einen Vertreter der jetzt erst ihr Leben allmählich (…)
Dr. Werner Hofmann den Lesern des FORVM vorzustellen, ist doppelt überflüssig; einmal, weil ihn seine Schriften — zuletzt erschienen das Fischer-Lexikon „Bildende Kunst III“, der Bildband „Das irdische Paradies — Kunst im 19. Jahrhundert“ und ein von ihm eingeleiteter Band mit Graphik von Georges (…)
Kunst war zu allen Zeiten mit Problematik behaftet, sie hat sich nie von selbst verstanden. Sie ist nicht das tägliche Brot der Menschheit. Darum ist das Riskante und Provozierende, das ihr unentbehrlich ist, nicht vom nivellierenden Nebeneinander des „Imaginären Museums“ abzulesen, sondern wird (…)
Monsignore Otto Mauer, Kunsttheoretiker von Rang und als einer der führenden Köpfe des österreichischen Katholizismus langjähriger Mitarbeiter des FORVM, beschäftigt sich im folgenden mit der Situation der modernen Kunst unseres Landes. Sein pessimistisches Resumé hat umso mehr Gewicht, als er (…)
Ferdinand Hodler in der Secession, Gustav Klimt gleich in drei Galerien: mit solch einem Massenangebot an Jugendstil begann die neue Wiener Ausstellungssaison. Wir lassen daher dem Ausstellungsüberblick Dr. Rüdiger Engerths eine Studie über die Gründe und Chancen dieser offensichtlichen (…)
Dans le n° 4 de Médiations, Lucien Goldmann, devenu tout récemment critique spécialisé dans l’avant-garde culturelle, parle d’une « avantgarde de l’absence », celle qui exprime dans l’art et l’écriture un certain refus de la réification de la société moderne, mais qui d’après lui n’exprime que (…)
Zwischen Engagement und Verstaatlichung
Ein kommunistischer Staat, der seine Schriftsteller ins Gefängnis wirft, nimmt deren Funktion und Verantwortlichkeit wenigstens ernst: diesen verblüffenden Gedanken äußerte unlängst ein berühmter französischer Schriftsteller in einem Interview. Was man dagegen im Westen für literarische Freiheit (…)
Victor Brauner (geboren 1903 in Bukarest) ist einer der vielen Außenseiter unter den Pariser Malern. Nach seinen ersten Ausstellungen wurde ihm das Etikett „Surrealist“ angeheftet, das loszuwerden ihn nun einige Mühe kostet. In einem klärenden Gespräch half ihm dabei Edouard Roditi, (…)
Die großen Tendenzen unserer Zeit führen die kulturelle Koexistenz in ihrem eigentlichen Sinne herbei. Ich bin dabei weit entfernt davon, die bereits vorhandenen anfänglichen Formen — von Sportveranstaltungen und Schachwettkämpfen bis zu Ballettaufführungen und Virtuosenkonzerten — zu (…)
Réponse à une enquête du Centre d’art socio-expérimental
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Nicht wir wollen schockieren, sondern die Dinge schockieren uns. Winfred Gaul Es ist erst ein paar Jahre her, da kam uns seltsame Kunde aus Amerika. Die ersten Augenzeugenberichte hörte man mit ungläubigem Staunen. Wie es schien, war die jüngste amerikanische Malergeneration über Nacht (…)
Am 1. März wurde Oskar Kokoschka 80 Jahre alt. Aus diesem Anlaß bringen wir nachstehend erstmals in deutscher Übersetzung (von Dr. Otto Graf) Ausschnitte aus einem Aufsatz, den Kokoschka im Jahre 1945 im Londoner Exil verfaßt hat. Der Originaltitel lautet: „A petition from a foreign artist to (…)
Vom Altmeister der revisionistisch-marxistischen Literaturgeschichte, dessen gesammelte Werke bei Luchterhand, Neuwied, bereits auf sechs starke Bände gediehen sind, erscheint ebendort im kommenden Jahr und im Rahmen seiner Studien zur Ästhetik ein Werk „Über die Besonderheit“. Das Nachfolgende (…)
Immer wieder wird die Klage laut, die Kunst habe keinen allgemeingültigen Stil, sie böte ein zerrissenes, in sich widersprüchliches Bild. Es wird nicht bedacht, daß der Künstler als Mensch von seiner Umwelt abhängig ist, und zu seiner Umwelt gehört vor allem die Gesellschaft, in der er lebt. Sie (…)
Man kann heutzutage, wie jeder weiß, nicht skeptisch genug sein, denn was wird einem nicht alles erzählt und was muß man nicht alles lesen. Wer glaubt noch an den Wert sogenannter Informationen? Über manche Persönlichkeit der Zeitgeschichte werden wir zu Tode informiert — am Ende sind sie (…)
Folgender Text wird im ÖGB-Jahrbuch 1967 erscheinen. Richtig, ein Jahrbuch des Österreichischen Gewerkschaftsbundes. Daß eine so „kollektivistische“ Organisation so „non-konformistische“ Texte publiziert, ist außer Verdienst des Herausgebers, des dynamischen Zentralsekretärs der Metall- und (…)
Die moderne Kunst gehört in den kulturellen Kolonialkübel, und ich bilde mir fest ein, daß ihre Produzenten Conterganpillen eingenommen haben, sonst könnten sie nicht solche Mißgeburten in die Welt setzen. Würde man eine Ausstellung, wie sie im Museum des 20. Jahrhunderts öfter zu sehen waren, (…)
Die industrielle Revolution setzte in Österreich nach 1848 vehement und in vollem Umfang ein. Innerhalb einer Generation konnte die größte kontinentale Macht den Vorsprung Englands und Frankreichs einholen und als gleichwertiger Konkurrent auftreten. Schon auf der Weltausstellung in Wien im (…)
Die Funktion der Kunst — eine der Funktionen der Kunst — besteht darin, den geistigen Frieden der Menschheit zu bringen. Ich glaube, daß man die Bewußtseinssituation in der heutigen Kunst nicht besser bezeichnen kann, als indem man sagt: das Bewußtsein verbreitert sich immer mehr, daß es mit dem (…)
Die Erklärungen über Stellung und Funktion der Kunst in der Gesellschaft, wie sie von den Soziologen angeboten werden, sind so vielfältig und widerspruchsvoll, daß ein einfacher Kunstphilosoph wie ich dazu neigt, in den Formalismus als die einzig logische Basis für eine Diskussion dieses (…)
Kunst als semiotisches Faktum
Es tritt immer klarer zutage, daß das System des individuellen Bewußtseins bis zu seinen innersten Schichten durch Inhalte, die zum kollektiven Bewußtsein gehören, gegeben ist. Die Probleme des Zeichens und seiner Bedeutung werden daher immer dringender, denn jeder Denkinhalt, der die Grenzen (…)
1. Kritik an der Kritik der Kritik Das bloße Rechthaben gegen den Journalismus ist identisch mit diesem. (Karl Kraus) In dem Maße, als die etablierte Kunstkritik in Richtung auf die an ihr geübte Kritik aufholt, deren Ansätze in sich fängt und in eine Erweiterung des etablierten Bereichs (…)
L’art est mort, ne consommez pas son cadavre! So las man’s auf den Mauern von Paris, in den Maitagen 1968. Die revolutionäre Bewegung der Studenten war hinreißend, aber der da schrieb, die Kunst sei tot, hat unrecht. Seit mehr als 150 Jahren läuten die Totenglocken. Hegel sagte das Ende der (…)
Arnulf Rainer und Alfred Hrdlicka, zwei prominente Wiener Künstler, schrieben die folgenden, sehr persönlichen Referate als Teilnehmer des Kongresses für Psychopathologie des Ausdrucks, der Ende September in Linz stattfindet. Beide haben unter Aufsicht des Münchner Max-Planck-Instituts Versuche (…)
Arnulf Rainer und Alfred Hrdlicka, zwei prominente Wiener Künstler, schrieben die folgenden, sehr persönlichen Referate als Teilnehmer des Kongresses fiir Psychopathologie des Ausdrucks, der Ende September in Linz stattfindet. Beide haben unter Aufsicht des Münchner Max-Planck-Instituts Versuche (…)
Seit dem Beginn der Kritik am Idealismus des 19. Jahrhunderts wird auch die Diskussion über die Funktion der Kunst und die Stellung des Künstlers in der Gesellschaft geführt. Heute hat sie eine Intensität erreicht, die den hergebrachten Begriff von der Kunst und vom Künstler immer fragwürdiger (…)
Meine gefühlsmäßige Skepsis gegenüber dem Begriff „Design“ hat sich in den letzten Wochen noch vergrößert. Zunächst bin ich darauf gekommen, daß „Design“ im Englischen gar kein Begriff, sondern ein höchst unzuverlässiges, kontaktfreudiges Wort ist, das in jeder neuen Ehe etwas anderes bedeutet. (…)
Geb. 1928 in Wien. Studium der Malerei bei Gütersloh und Dobrowsky 1946-1952, der Bildhauerei bei Wotruba 1952-1957 an der Wiener Akademie. 1960 1. Ausstellung mit Fritz Martinz in Wien. 1962 zweite Ausstellung, wieder mit F. M. im Französischen Saal des Künstlerhauses. Dem Radierzyklus „Martha (…)
manifest zu der ausstellung MAGNA (arbeitstitel frauenkunst), einer ausstellung, an der nur frauen teilnehmen. geschrieben im märz 1972. DIE STELLUNG DER KUNST IN DER FRAUENBEWEGUNG IST DIE STELLUNG DER FRAU IN DER KUNSTBEWEGUNG. DIE GESCHICHTE DER FRAU IST DIE GESCHICHTE DES MANNES, denn (…)
1 Von Männlich zu Menschlich „die religion ist der ort, wo ein volk sich die definition dessen gibt, was es für das wahre hält“, sagte Hegel. es sei deshalb erlaubt, diesen ort aufzusuchen, um die gründe der täglichen politik, das „wahre“ unserer kultur zu entdecken. frühe religionen und (…)
Mottingeramt, 25. Jänner 1973 Lieber Freund! Nach der genauen Lektüre des Jänner-Forums, das mir Aramis aus Krems mitgebracht hat, kann ich Dir für Deinen Einsatz nur herzlich danken und auch dafür, daß Du mit Fleiß und Gedankenschärfe den völlig fruchtlosen Versuch gewagt hast, den Wiener (…)
1 links oder rechts? Es ist schwierig, heute etwas über den Futurismus zu sagen, was über die banalen Klischees und Kategorisierungen der üblichen bürgerlichen Kunstdarstellungen hinausgeht. Dies liegt weniger an fehlendem Material, sondern an einer extremen Unzugänglichkeit der futuristischen (…)
Am 19. April wurde die Wiener Internationale Gartenschau (WIG 74) eröffnet; Bauherr ist die Gemeinde Wien. Diese „größte Gartenschau der Welt“ (400 Gärtner aus 25 Ländern, Fläche: eine Million Quadratmeter) dauert bis Oktober, dann soll sie zu einem öffentlichen Park werden. Wir haben auf dem (…)
Dieter Prokop: Massenkultur und Spontaneität. Zur veränderten Warenform der Massenkommunikation im Spätkapitalismus. Edition Suhrkamp, Frankfurt 1974, 226 Seiten, DM 7, öS 54,60 Das vorliegende Buch Dieter Prokops versammelt meistenteils bereits publizierte Arbeiten und Aufsätze: die (…)
Anlass dieses Beitrags war die — bis dato rechtsgültige! — Beschlagnahme des Films von Herbert Achternbusch „Das Gespenst“ am 18. November 1983 kurz vor der Erstaufführung in Österreich. Kurz vor Erscheinen dieses Heftes entzog der regierende Günther Nenning dem redigierenden G.O. diese (…)
Bei dem nachfolgenden Essay handelt es sich um den ausgearbeiteten Text eines Vortrags, den R. B. am Symposion der Wiener Festwochen: „Kunstbilder — Weltbilder. Manierismus und Postmoderne“ am 20. Mai 1987 ım Palais Palffy gehalten hat. In einem seiner letzten Interviews, 1983, ein Jahr vor (…)
Vor fünfzig Jahren, im März 1938, hat Österreich in einem Begeisterungstaumel sondergleichen seine staatliche Selbständigkeit aufgegeben, und ist von Nazideutschland annektiert worden. In der Folge — während der letzten sieben Jahre des „tausendjährigen Reiches“ wurden Österreicher an den (…)
In einem Traum ist alles erlaubt, jede Freiheit der Imagination, die in der Welt der vernünftigen Wahrnehmung nicht existieren könnte. Frances-Marie Uitti, von der dieses Zitat stammt, ist eine der Protagonistinnen des diesjährigen technotronischen Festivals. Die Cellistin „mit den zwei Bogen (…)
Als Valie Export 1968 mit Peter Weibel an der Hundeleine durch die Wiener Kärntnerstraße spazierte, ermpörte sich die österreichische Volksseele. Ihre provokante Arbeit an der Veränderung der Geschlechterverhältnisse stand und steht auch weiterhin im Mittelpunkt ihres künstlerischen Schaffens. (…)
Im Zeitgeist liegt eine Art Kummer. Er kann sich durch reaktive, sogar reaktionäre Einstellungen äußern, oder durch Utopien, aber nicht durch eine Orientierung, die positiv eine neue Perspektive eröffnen würde. (J.-F. Lyotard) Die Bildung einer eigenen Identität als Festlegung in jenem (…)
Kokoschka verzeiht Ihnen, denn Sie wissen nicht, was Sie tun!
Die Ablehnung, die Oskar Kokoschka am Anfang seiner künstlerischen Laufbahn in der Wiener Öffentlichkeit widerfuhr, war, von guten Freunden wie Adolf Loos und Karl Kraus abgesehen, einhellig und schroff. Sie galt dem Maler, dem unverblümt »völlige künstlerische Impotenz« nachgesagt wurde, aber (…)
Dieser Idee liegt die Utopie der Überwindung der Trennung zwischen KünstlerIn und sogenanntem Publikum, zwischen Kunst und sogenanntem Leben zugrunde. In der mail art wird nicht nur diesem Anspruch Rechnung getragen, sondern auch der Idee, daß KünstlerInnen ein Netz aufbauen, das von (…)
„Muß von zwei einander völlig widersprechenden Aussagen unbedingt die eine wahr und die andere falsch sein?“ (Verschleierungstechniken, in: Wichtig – Kunst von Frauen, Wien 1989) Ein Gesprächsporträt von Liesl Ujvary, Künstlerin in Wien. Was die Welt zusammenhält Harte Zeiten – Weiche Knie (…)
Meine ersten Erfahrungen mit mail art stammen ungefähr aus dem Jahr 1967, als Edgardo Antonio Vigo, Guillermo Deisler, Dámaso Ogaz und ich unsere jeweiligen Publikationen austauschten. Von diesen Publikationen ausgehend, montierten wir schließlich unsere künstlerischen Grundsätze. Offiziell (…)
Antrpophage ou racines anthropophagiques de l’architecture C’est un lieu commun d’avancer que ce qui différencie l’homme de l’animal est l’invention du feu et ce qui l’a immédiatement suivie, à savoir les jeux anthropophagiques. Notre ancêtre suçait la moelle des héros tombés au combat, (…)
Eine der aktivsten japanischen Mail-art- oder Networker-„Gruppen“ versammelt sich um die Zeitschrift AU. Die Poster- und WandZeitschrift AU (Art Unidentified, 1-1-10 Koshienguchi, Nishinomiya Hyogo, 663 JAPAN), die bereits seit Anfang der achtziger Jahre erscheint und von der schon weit über (…)
Looking for a man with postal uniform and rucksack! It could be the net mail man! Am 1. Jänner 1992 starteten die beiden MailArtistInnen Angela und Peter Network (Angela Pähler und Peter Küstermann) aus Minden (Germany) auf Anregung des Aktionskünstlers Hans-Ruedi Fricker diese wohl (…)
Also reitet er fort und erhebt auf Kunst keinen Anspruch; Bald mal sitzet er so, bald auch wieder mal so (Wilhelm Busch, Silen) Vorausgesetztes und Mitgedachtes Die bürgerliche Gesellschaft zeigt sich auf ihrer Oberfläche als zerteilt in scheinbar autonome Sphären, die einander dichotomisch, (…)
Das Comic ist ein wichtiges Ausdrucksmittel unserer Zeit, das im deutschsprachigen Raum bisher weitgehend ignoriert wurde. Wie ungerechtfertigt das ist, zeigt sich unter anderem am Beispiel des Kosmopoliten Hugo Pratt. Als Mittler zwischen Neugier und Alltag, als verschlüsseltes, persönliches (…)
Finden sich bei der S.I. Anknüpfungspunkte für aktuelle Protestbewegungen? Als ich 1997/98 für das Museum moderner Kunst in Wien eine Ausstellung über die Situationistische Internationale 1957-1972 vorbereitete, machte ich die Erfahrung, daß in Österreich nur wenige die S.I. kannten. Dabei gab (…)
Der Boxer, Anarchist, Deserteur, Abenteurer und Herausgeber der Zeitschrift Maintenant beschrieb sich selbst als Hochstapler, Seemann im Pazifik, Mauleseltreiber, Orangenpflücker in Kalifornien, Schlangenbeschwörer, Hoteldieb, Neffe von Oscar Wilde, Holzfäller in den riesigen Wäldern, (…)
Großeltern der Interventionskunst oder Intervention in die Form
Sicherlich erinnern Sie sich nicht mehr daran, wie Plato im Entwurf seines Staates als vollendetes Gemeinwesen mit der Kunst verfährt. Er versagt ihr im Interesse des Gemeinwesens den Aufenthalt darin. Er hatte einen hohen Begriff von der Macht der Kunst. Aber er hielt sie für schädlich. Daß (…)
In der Geschichte der modernen Malerei war immer viel von ihrem Ende die Rede. Sogenannte «letzte Bilder» gehören zu ihrem festen Inventar. Wenn aber die zeitgenössischen MalerInnen meinen, endlich dem verkündeten Ende ihrer Kunst entkommen zu können, besiegeln sie es gerade damit tatsächlich. (…)
„Bewohner des Staunens“ (Habitante del asombro)
Die hier vorgestellten Zeichnungen sind Teil einer kleinen Serie, die Eduardo Cohen aus „Spass“ am Sterbebett während des Jahres 1994 produzierte. Sie stellen Cohens durchsichtige und klare Praxis dar, mit der er in Ausübung einer außergewöhnlichen Sparsamkeit der Mittel und mit freiem, (…)
Das Bruno Kreisky Forum für internationalen Dialog lädt in Zusammenarbeit mit Context XXI und dem Republikanischen Club Neues Österreich zur Lesung von Lotte Tobisch und Wolfgang Gasser. Nach einer Idee der Zeitschrift Context XXI. Lotte Tobisch-Labotyn Geboren in Wien. Ab 1943 (…)
Wien: Turia + Kant, 261 Seiten, 22 Euro Mit Kunst und Revolution hat Gerald Raunig ein ausgezeichnet geschriebenes, vielschichtiges Werk verfasst, das aus den verschiedensten Blickwinkeln mit Gewinn gelesen werden kann. Thema ist einmal, wie der Titel ja nahe legt, das zu klärende Verhältnis (…)
Eine kurze Geschichte der Avantgarden des 20. Jahrhunderts, referiert von Alexander Emanuely. Ein erster Teil wird einen Überblick darüber bieten, wie Dadaistinnen, Surrealistinnen, PataphysikerInnen und SituationistInnen sich als Avantgarden verstanden — und wie sie danach trachteten die (…)
Eine kurze Geschichte der Avantgarden des 20. Jahrhunderts, referiert von Alexander Emanuely. Ein erster Teil wird einen Überblick darüber bieten, wie Dadaistinnen, Surrealistinnen, PataphysikerInnen und SituationistInnen sich als Avantgarden verstanden — und wie sie danach trachteten die (…)
Wir besetzen das Fernsehen genauso wie die Straße
Präsentation Ich kann mich Ihnen nur als Betrügerin vorstellen. Als Betrügerin innerhalb jeglichen Institutionengefüges, als eine Betrügerin, die Sinn, Wert und Kraft nur außerhalb gewinnt, außerhalb der Institution, außerhalb des Systems. Außerhalb und nicht innerhalb. Nicht innerhalb der (…)
Die Kritik der Kreativität
Wien: Verlag Turia + Kant, 251 Seiten, 2007, 26 Euro Aus dem Band 6 ist nicht die „Farbe der Wahrheit“ geworden, so wie es eigentlich im Heftchen, das über die Schriftenreihe des eipcp informiert, angekündigt wurde. Auf die Farbe des Buchumschlags müssen wir jedoch nicht verzichten: Was am (…)
Die Geschichte von 1968 und der bildenden Kunst ist weder die Geschichte eines Jahres noch die eines vollkommen autonom funktionierenden gesellschaftlichen Sektors. Denn selten zuvor oder danach kam es zu dermaßen großen Überschneidungen zwischen dem künstlerischen und dem politischen Feld wie (…)
André Breton hat 1935 geschrieben: „‚Die Welt verändern,‘ hat Marx gesagt; ‚das Leben ändern‘ hat Rimbaud gesagt: Diese beiden Losungen sind für uns das einzige.“ und somit die Richtung gezeichnet, in die der Surrealismus seit 1924 geht oder gehen will. Konsumiert man heute die Kunst (…)
1 Kein Zufall: Die flachste Zeitung des Landes ist Bild betitelt. 2 Berlin-Mitte, U-Bahnhof Heinrich-Heine-Straße, aschgrauer Tag und Regenhimmel, wenige Schritte vom U-Bahnhof-Ausgang hinüber nach einem Wohnblock, dabei auch Plattenbauten, gehst du auf einen begrünten stillen Hof. Es ist (…)
aber ich gehöre ja zu jenen alten menschen, die schon bevor sie alt wurden, jede hoffnung auf eine „besserung“ der menschlichen verhältnisse, mit AUSSICHTSLOS zu beantworten pflegten. mein leben im abseits, auf selbst geschaffenen inseln spricht für sich. die büchse der pandora enthielt die (…)
Das Subjekt des Erinnerns war ursprünglich ein Antifaschist, ein später Anhänger der Volksfront-Idee. (Aus: Das Subjekt des Erinnerns? Hg. von Helene Belndorfer u.a. Klagenfurt: Drava 2011) So wird es noch einmal beschworen vom Hrdlicka-Denkmal, dem „Denkmal gegen Krieg und Faschismus“ von (…)


