Kunst, Ästhetik
Beiträge
FORVM, WWW-Ausgabe

Über Rilke und die deutsche Ideologie

Zu Poetik. Sept. 48
 
1948

Aus dem Nachlass. Zuerst erschienen in: sans phrase. Zeitschrift für Ideologiekritik Wien und Freiburg, Heft 7, Herbst 2015, Seite 109–131 Las, wie ich zufällig feststellte, genau 50 Jahre nach seinem Erscheinen wieder einmal den Cornet. Der degout, der mir nach dieser Köstlichkeit im Gaumen (…)

Internationale Situationniste, Numéro 2

Les souvenirs au-dessous de tout

décembre
1958

Avec un texte qu’il intitule « La poésie au-dessus de tout », Péret ouvre le premier numéro du bulletin surréaliste Bief par une attaque contre les situationnistes, auxquels il prête le projet idiot de placer la poésie et l’art sous « la tutelle » de la science. Les déclarations confuses de (…)

Internationale Situationniste, Numéro 6

Encore une fois, sur la décomposition

août
1961

Où en est la production culturelle ? Elle confirme tous nos calculs, si l’on confronte les phénomènes des douze derniers mois avec l’analyse de la décomposition présentée depuis quelques années par l’I.S. (cf. « L’absence et ses habilleurs » dans Internationale Situationniste 2, de décembre (…)

FORVM, No. 93

Literarische Marginalien

September
1961

Der russische Romandichter Dostojewski schreibt einmal über eine Figur in einem seiner Romane: „Ich wollte dem Leser einen Menschen vorführen, der von den anderen Leuten etwas absticht, einen Charakter aus der jüngst vergangenen Zeit, einen Vertreter der jetzt erst ihr Leben allmählich (…)

FORVM, No. 98

Kein Tempel für die Musen

Februar
1962

Dr. Werner Hofmann den Lesern des FORVM vorzustellen, ist doppelt überflüssig; einmal, weil ihn seine Schriften — zuletzt erschienen das Fischer-Lexikon „Bildende Kunst III“, der Bildband „Das irdische Paradies — Kunst im 19. Jahrhundert“ und ein von ihm eingeleiteter Band mit Graphik von Georges (…)

FORVM, No. 99

Kein Tempel für die Musen (II)

März
1962

Kunst war zu allen Zeiten mit Problematik behaftet, sie hat sich nie von selbst verstanden. Sie ist nicht das tägliche Brot der Menschheit. Darum ist das Riskante und Provozierende, das ihr unentbehrlich ist, nicht vom nivellierenden Nebeneinander des „Imaginären Museums“ abzulesen, sondern wird (…)

FORVM, No. 100

Emigration der Musen?

Unmutsäußerungen eines Galerieleiters
April
1962

Monsignore Otto Mauer, Kunsttheoretiker von Rang und als einer der führenden Köpfe des österreichischen Katholizismus langjähriger Mitarbeiter des FORVM, beschäftigt sich im folgenden mit der Situation der modernen Kunst unseres Landes. Sein pessimistisches Resumé hat umso mehr Gewicht, als er (…)

FORVM, No. 108

Ein Stil macht Karriere

Dezember
1962

Ferdinand Hodler in der Secession, Gustav Klimt gleich in drei Galerien: mit solch einem Massenangebot an Jugendstil begann die neue Wiener Ausstellungssaison. Wir lassen daher dem Ausstellungsüberblick Dr. Rüdiger Engerths eine Studie über die Gründe und Chancen dieser offensichtlichen (…)

Internationale Situationniste, Numéro 8

L’avant-garde de la présence

janvier
1963

Dans le n° 4 de Médiations, Lucien Goldmann, devenu tout récemment critique spécialisé dans l’avant-garde culturelle, parle d’une « avantgarde de l’absence », celle qui exprime dans l’art et l’écriture un certain refus de la réification de la société moderne, mais qui d’après lui n’exprime que (…)

FORVM, No. 112

Zwischen Engagement und Verstaatlichung

Über die Stellung des Künstlers in der westlichen Demokratie
April
1963

Ein kommunistischer Staat, der seine Schriftsteller ins Gefängnis wirft, nimmt deren Funktion und Verantwortlichkeit wenigstens ernst: diesen verblüffenden Gedanken äußerte unlängst ein berühmter französischer Schriftsteller in einem Interview. Was man dagegen im Westen für literarische Freiheit (…)

FORVM, No. 120

Surrealisten unter sich

Ein Gespräch
Dezember
1963

Victor Brauner (geboren 1903 in Bukarest) ist einer der vielen Außenseiter unter den Pariser Malern. Nach seinen ersten Ausstellungen wurde ihm das Etikett „Surrealist“ angeheftet, das loszuwerden ihn nun einige Mühe kostet. In einem klärenden Gespräch half ihm dabei Edouard Roditi, (…)

FORVM, No. 125

Probleme der kulturellen Koexistenz (II)

Mai
1964

Die großen Tendenzen unserer Zeit führen die kulturelle Koexistenz in ihrem eigentlichen Sinne herbei. Ich bin dabei weit entfernt davon, die bereits vorhandenen anfänglichen Formen — von Sportveranstaltungen und Schachwettkämpfen bis zu Ballettaufführungen und Virtuosenkonzerten — zu (…)

Internationale Situationniste, Numéro 9

Réponse à une enquête du Centre d’art socio-expérimental

août
1964

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FORVM, No. 132

Pop oder die Kunst, keine Kunst zu machen

Dezember
1964

Nicht wir wollen schockieren, sondern die Dinge schockieren uns. Winfred Gaul Es ist erst ein paar Jahre her, da kam uns seltsame Kunde aus Amerika. Die ersten Augenzeugenberichte hörte man mit ungläubigem Staunen. Wie es schien, war die jüngste amerikanische Malergeneration über Nacht (…)

FORVM, No. 147

Warnung vor der Weltpolizei

März
1966

Am 1. März wurde Oskar Kokoschka 80 Jahre alt. Aus diesem Anlaß bringen wir nachstehend erstmals in deutscher Übersetzung (von Dr. Otto Graf) Ausschnitte aus einem Aufsatz, den Kokoschka im Jahre 1945 im Londoner Exil verfaßt hat. Der Originaltitel lautet: „A petition from a foreign artist to (…)

FORVM, No. 152-153

Kunst als Selbstbewußtsein der Nation

September
1966

Vom Altmeister der revisionistisch-marxistischen Literaturgeschichte, dessen gesammelte Werke bei Luchterhand, Neuwied, bereits auf sechs starke Bände gediehen sind, erscheint ebendort im kommenden Jahr und im Rahmen seiner Studien zur Ästhetik ein Werk „Über die Besonderheit“. Das Nachfolgende (…)

FORVM, No. 154

Das Inbild vom Menschen

Reflexionen über ein Werk Fritz Wotrubas
Oktober
1966

Immer wieder wird die Klage laut, die Kunst habe keinen allgemeingültigen Stil, sie böte ein zerrissenes, in sich widersprüchliches Bild. Es wird nicht bedacht, daß der Künstler als Mensch von seiner Umwelt abhängig ist, und zu seiner Umwelt gehört vor allem die Gesellschaft, in der er lebt. Sie (…)

FORVM, No. 155-156

Gibt es Hundertwasser wirklich?

Auf den Spuren einer Saga
Dezember
1966

Man kann heutzutage, wie jeder weiß, nicht skeptisch genug sein, denn was wird einem nicht alles erzählt und was muß man nicht alles lesen. Wer glaubt noch an den Wert sogenannter Informationen? Über manche Persönlichkeit der Zeitgeschichte werden wir zu Tode informiert — am Ende sind sie (…)

FORVM, No. 155-156

Die nächste Revolution

Dezember
1966

Folgender Text wird im ÖGB-Jahrbuch 1967 erscheinen. Richtig, ein Jahrbuch des Österreichischen Gewerkschaftsbundes. Daß eine so „kollektivistische“ Organisation so „non-konformistische“ Texte publiziert, ist außer Verdienst des Herausgebers, des dynamischen Zentralsekretärs der Metall- und (…)

FORVM, No. 155-156

Erklärung wider die Dummheit

Dezember
1966

Die moderne Kunst gehört in den kulturellen Kolonialkübel, und ich bilde mir fest ein, daß ihre Produzenten Conterganpillen eingenommen haben, sonst könnten sie nicht solche Mißgeburten in die Welt setzen. Würde man eine Ausstellung, wie sie im Museum des 20. Jahrhunderts öfter zu sehen waren, (…)

FORVM, No. 162-163

Egalité der Künste

Zur Geschichte der Wiener Werkstätte
Juni
1967

Die industrielle Revolution setzte in Österreich nach 1848 vehement und in vollem Umfang ein. Innerhalb einer Generation konnte die größte kontinentale Macht den Vorsprung Englands und Frankreichs einholen und als gleichwertiger Konkurrent auftreten. Schon auf der Weltausstellung in Wien im (…)

FORVM, No. 167-168

Die Gesellschaft als Kunstwerk

November
1967

Die Funktion der Kunst — eine der Funktionen der Kunst — besteht darin, den geistigen Frieden der Menschheit zu bringen. Ich glaube, daß man die Bewußtseinssituation in der heutigen Kunst nicht besser bezeichnen kann, als indem man sagt: das Bewußtsein verbreitert sich immer mehr, daß es mit dem (…)

FORVM, No. 167-168

Kunst als zweite Welt

November
1967

Die Erklärungen über Stellung und Funktion der Kunst in der Gesellschaft, wie sie von den Soziologen angeboten werden, sind so vielfältig und widerspruchsvoll, daß ein einfacher Kunstphilosoph wie ich dazu neigt, in den Formalismus als die einzig logische Basis für eine Diskussion dieses (…)

FORVM, No. 171-172

Kunst als semiotisches Faktum

Eine Skizze zur Ästhetik
März
1968

Es tritt immer klarer zutage, daß das System des individuellen Bewußtseins bis zu seinen innersten Schichten durch Inhalte, die zum kollektiven Bewußtsein gehören, gegeben ist. Die Probleme des Zeichens und seiner Bedeutung werden daher immer dringender, denn jeder Denkinhalt, der die Grenzen (…)

FORVM, No. 182/I

Kritik als Raunzerei

Zur Wiener Kunstkritik
Februar
1969

1. Kritik an der Kritik der Kritik Das bloße Rechthaben gegen den Journalismus ist identisch mit diesem. (Karl Kraus) In dem Maße, als die etablierte Kunstkritik in Richtung auf die an ihr geübte Kritik aufholt, deren Ansätze in sich fängt und in eine Erweiterung des etablierten Bereichs (…)

FORVM, No. 186/187

Die Kunst muß nichts und darf alles

Juni
1969

L’art est mort, ne consommez pas son cadavre! So las man’s auf den Mauern von Paris, in den Maitagen 1968. Die revolutionäre Bewegung der Studenten war hinreißend, aber der da schrieb, die Kunst sei tot, hat unrecht. Seit mehr als 150 Jahren läuten die Totenglocken. Hegel sagte das Ende der (…)

FORVM, No. 188/189

Euthanasie der Kunst

August
1969

Arnulf Rainer und Alfred Hrdlicka, zwei prominente Wiener Künstler, schrieben die folgenden, sehr persönlichen Referate als Teilnehmer des Kongresses für Psychopathologie des Ausdrucks, der Ende September in Linz stattfindet. Beide haben unter Aufsicht des Münchner Max-Planck-Instituts Versuche (…)

FORVM, No. 188/189

Einschleichversuche eines Gesunden

August
1969

Arnulf Rainer und Alfred Hrdlicka, zwei prominente Wiener Künstler, schrieben die folgenden, sehr persönlichen Referate als Teilnehmer des Kongresses fiir Psychopathologie des Ausdrucks, der Ende September in Linz stattfindet. Beide haben unter Aufsicht des Münchner Max-Planck-Instituts Versuche (…)

FORVM, No. 188/189

Wahnverwandtschaften

August
1969

Seit dem Beginn der Kritik am Idealismus des 19. Jahrhunderts wird auch die Diskussion über die Funktion der Kunst und die Stellung des Künstlers in der Gesellschaft geführt. Heute hat sie eine Intensität erreicht, die den hergebrachten Begriff von der Kunst und vom Künstler immer fragwürdiger (…)

FORVM, No. 198/II/199

Gschnas = Design?

Versuch einer Begriffsentwirrung
Juli
1970

Meine gefühlsmäßige Skepsis gegenüber dem Begriff „Design“ hat sich in den letzten Wochen noch vergrößert. Zunächst bin ich darauf gekommen, daß „Design“ im Englischen gar kein Begriff, sondern ein höchst unzuverlässiges, kontaktfreudiges Wort ist, das in jeder neuen Ehe etwas anderes bedeutet. (…)

FORVM, No. 207/I/II
Kritisches Lexikon: Bildende Kunst

Alfred Hrdlicka

Februar
1971

Geb. 1928 in Wien. Studium der Malerei bei Gütersloh und Dobrowsky 1946-1952, der Bildhauerei bei Wotruba 1952-1957 an der Wiener Akademie. 1960 1. Ausstellung mit Fritz Martinz in Wien. 1962 zweite Ausstellung, wieder mit F. M. im Französischen Saal des Künstlerhauses. Dem Radierzyklus „Martha (…)

FORVM, No. 228

Woman’s Art

Januar
1973

manifest zu der ausstellung MAGNA (arbeitstitel frauenkunst), einer ausstellung, an der nur frauen teilnehmen. geschrieben im märz 1972. DIE STELLUNG DER KUNST IN DER FRAUENBEWEGUNG IST DIE STELLUNG DER FRAU IN DER KUNSTBEWEGUNG. DIE GESCHICHTE DER FRAU IST DIE GESCHICHTE DES MANNES, denn (…)

FORVM, No. 228

Gertrude Stein/Virginia Woolf

Feminismus und Kunst
Januar
1973

1 Von Männlich zu Menschlich „die religion ist der ort, wo ein volk sich die definition dessen gibt, was es für das wahre hält“, sagte Hegel. es sei deshalb erlaubt, diesen ort aufzusuchen, um die gründe der täglichen politik, das „wahre“ unserer kultur zu entdecken. frühe religionen und (…)

FORVM, No. 230/231

Wer war Otto Muehl?

Brief an Günther Nenning
März
1973

Mottingeramt, 25. Jänner 1973 Lieber Freund! Nach der genauen Lektüre des Jänner-Forums, das mir Aramis aus Krems mitgebracht hat, kann ich Dir für Deinen Einsatz nur herzlich danken und auch dafür, daß Du mit Fleiß und Gedankenschärfe den völlig fruchtlosen Versuch gewagt hast, den Wiener (…)

FORVM, No. 246

Faschismus-Design

Futurismus — Die Kunst der technischen Intelligenz
Juni
1974

1 links oder rechts? Es ist schwierig, heute etwas über den Futurismus zu sagen, was über die banalen Klischees und Kategorisierungen der üblichen bürgerlichen Kunstdarstellungen hinausgeht. Dies liegt weniger an fehlendem Material, sondern an einer extremen Unzugänglichkeit der futuristischen (…)

FORVM, No. 246

Die verkaufte Natur

Juni
1974

Am 19. April wurde die Wiener Internationale Gartenschau (WIG 74) eröffnet; Bauherr ist die Gemeinde Wien. Diese „größte Gartenschau der Welt“ (400 Gärtner aus 25 Ländern, Fläche: eine Million Quadratmeter) dauert bis Oktober, dann soll sie zu einem öffentlichen Park werden. Wir haben auf dem (…)

FORVM, No. 247/248

Kein kollektiver Volksgesang

Juli
1974

Dieter Prokop: Massenkultur und Spontaneität. Zur veränderten Warenform der Massenkommunikation im Spätkapitalismus. Edition Suhrkamp, Frankfurt 1974, 226 Seiten, DM 7, öS 54,60 Das vorliegende Buch Dieter Prokops versammelt meistenteils bereits publizierte Arbeiten und Aufsätze: die (…)

FORVM, No. 364/365

Die Tolerierung des Gespenstes und das Gespenst der Toleranz

April
1984

Anlass dieses Beitrags war die — bis dato rechtsgültige! — Beschlagnahme des Films von Herbert Achternbusch „Das Gespenst“ am 18. November 1983 kurz vor der Erstaufführung in Österreich. Kurz vor Erscheinen dieses Heftes entzog der regierende Günther Nenning dem redigierenden G.O. diese (…)

FORVM, No. 409/410

Zerebrale Sinnlichkeit und die Agnostik der Formen

Januar
1988

Bei dem nachfolgenden Essay handelt es sich um den ausgearbeiteten Text eines Vortrags, den R. B. am Symposion der Wiener Festwochen: „Kunstbilder — Weltbilder. Manierismus und Postmoderne“ am 20. Mai 1987 ım Palais Palffy gehalten hat. In einem seiner letzten Interviews, 1983, ein Jahr vor (…)

FORVM, No. 411/412

Von Krucken-, Haken- und anderen Kreuzen

März
1988

Vor fünfzig Jahren, im März 1938, hat Österreich in einem Begeisterungstaumel sondergleichen seine staatliche Selbständigkeit aufgegeben, und ist von Nazideutschland annektiert worden. In der Folge — während der letzten sieben Jahre des „tausendjährigen Reiches“ wurden Österreicher an den (…)

MOZ, Nummer 55
Ars Electronica

Digitale Träume — virtuelle Welten

September
1990

In einem Traum ist alles erlaubt, jede Freiheit der Imagination, die in der Welt der vernünftigen Wahrnehmung nicht existieren könnte. Frances-Marie Uitti, von der dieses Zitat stammt, ist eine der Protagonistinnen des diesjährigen technotronischen Festivals. Die Cellistin „mit den zwei Bogen (…)

MOZ, Nummer 56
Interview

Virtuelle Wirklichkeit und Geschlechteridentität

Oktober
1990

Als Valie Export 1968 mit Peter Weibel an der Hundeleine durch die Wiener Kärntnerstraße spazierte, ermpörte sich die österreichische Volksseele. Ihre provokante Arbeit an der Veränderung der Geschlechterverhältnisse stand und steht auch weiterhin im Mittelpunkt ihres künstlerischen Schaffens. (…)

MOZ, Nummer 58
Das heimliche Museum:

Das Reale, die Kunst und die Weiblichkeit

Dezember
1990

Im Zeitgeist liegt eine Art Kummer. Er kann sich durch reaktive, sogar reaktionäre Einstellungen äußern, oder durch Utopien, aber nicht durch eine Orientierung, die positiv eine neue Perspektive eröffnen würde. (J.-F. Lyotard) Die Bildung einer eigenen Identität als Festlegung in jenem (…)

FORVM, No. 481-484

Kokoschka verzeiht Ihnen, denn Sie wissen nicht, was Sie tun!

Rechenschaftsbericht mit zwei unbekannten Briefen von O.K.*
April
1994

Die Ablehnung, die Oskar Kokoschka am Anfang seiner künstlerischen Laufbahn in der Wiener Öffentlichkeit widerfuhr, war, von guten Freunden wie Adolf Loos und Karl Kraus abgesehen, einhellig und schroff. Sie galt dem Maler, dem unverblümt »völlige künstlerische Impotenz« nachgesagt wurde, aber (…)

Context XXI, ZOOM 1/1996

mail art

Jedejeder eine KünstlerIn, jedejeder ein Kunststück.
Januar
1996

Dieser Idee liegt die Utopie der Überwindung der Trennung zwischen KünstlerIn und sogenanntem Publikum, zwischen Kunst und sogenanntem Leben zugrunde. In der mail art wird nicht nur diesem Anspruch Rechnung getragen, sondern auch der Idee, daß KünstlerInnen ein Netz aufbauen, das von (…)

Context XXI, ZOOM 1/1996

So wie es ist, ist es nicht

Januar
1996

„Muß von zwei einander völlig widersprechenden Aussagen unbedingt die eine wahr und die andere falsch sein?“ (Verschleierungstechniken, in: Wichtig – Kunst von Frauen, Wien 1989) Ein Gesprächsporträt von Liesl Ujvary, Künstlerin in Wien. Was die Welt zusammenhält Harte Zeiten – Weiche Knie (…)

Context XXI, ZOOM 2/1996

Der ideologische Charakter von Network

März
1996

Meine ersten Erfahrungen mit mail art stammen ungefähr aus dem Jahr 1967, als Edgardo Antonio Vigo, Guillermo Deisler, Dámaso Ogaz und ich unsere jeweiligen Publikationen austauschten. Von diesen Publikationen ausgehend, montierten wir schließlich unsere künstlerischen Grundsätze. Offiziell (…)

Context XXI, CONTEXTXXI Nº 2

Lexique de la ville

(fragments)
mars
1996

Antrpophage ou racines anthropophagiques de l’architecture C’est un lieu commun d’avancer que ce qui différencie l’homme de l’animal est l’invention du feu et ce qui l’a immédiatement suivie, à savoir les jeux anthropophagiques. Notre ancêtre suçait la moelle des héros tombés au combat, (…)

Context XXI, ZOOM 6/1996

Head Networking Japan

Oktober
1996

Eine der aktivsten japanischen Mail-art- oder Networker-„Gruppen“ versammelt sich um die Zeitschrift AU. Die Poster- und WandZeitschrift AU (Art Unidentified, 1-1-10 Koshienguchi, Nishinomiya Hyogo, 663 JAPAN), die bereits seit Anfang der achtziger Jahre erscheint und von der schon weit über (…)

Context XXI, ZOOM 7/1996

Decentralized World Wide Networker Congress

Dezember
1996

Looking for a man with postal uniform and rucksack! It could be the net mail man! Am 1. Jänner 1992 starteten die beiden MailArtistInnen Angela und Peter Network (Angela Pähler und Peter Küstermann) aus Minden (Germany) auf Anregung des Aktionskünstlers Hans-Ruedi Fricker diese wohl (…)

Weg und Ziel, Heft 5/1997

In den Niederungen des Parnass

Dezember
1997

Also reitet er fort und erhebt auf Kunst keinen Anspruch; Bald mal sitzet er so, bald auch wieder mal so (Wilhelm Busch, Silen) Vorausgesetztes und Mitgedachtes Die bürgerliche Gesellschaft zeigt sich auf ihrer Oberfläche als zerteilt in scheinbar autonome Sphären, die einander dichotomisch, (…)

Context XXI, Heft 3/1999

Hugo Pratt und seine Legenden-Comics

September
1999

Das Comic ist ein wichtiges Ausdrucksmittel unserer Zeit, das im deutschsprachigen Raum bisher weitgehend ignoriert wurde. Wie ungerechtfertigt das ist, zeigt sich unter anderem am Beispiel des Kosmopoliten Hugo Pratt. Als Mittler zwischen Neugier und Alltag, als verschlüsseltes, persönliches (…)

Context XXI, Heft 3-4/2000

Widerstand im Spektakel

Die Situationistische Internationale
Juni
2000

Finden sich bei der S.I. Anknüpfungspunkte für aktuelle Protestbewegungen? Als ich 1997/98 für das Museum moderner Kunst in Wien eine Ausstellung über die Situationistische Internationale 1957-1972 vorbereitete, machte ich die Erfahrung, daß in Österreich nur wenige die S.I. kannten. Dabei gab (…)

Context XXI, Heft 5/2000

Arthur Cravan — Die Niedertracht der Tafelrunde

September
2000

Der Boxer, Anarchist, Deserteur, Abenteurer und Herausgeber der Zeitschrift Maintenant beschrieb sich selbst als Hochstapler, Seemann im Pazifik, Mauleseltreiber, Orangenpflücker in Kalifornien, Schlangenbeschwörer, Hoteldieb, Neffe von Oscar Wilde, Holzfäller in den riesigen Wäldern, (…)

Context XXI, Heft 2/2001

Großeltern der Interventionskunst oder Intervention in die Form

Rewriting Walter Benjamins „Der Autor als Produzent“
April
2001

Sicherlich erinnern Sie sich nicht mehr daran, wie Plato im Entwurf seines Staates als vollendetes Gemeinwesen mit der Kunst verfährt. Er versagt ihr im Interesse des Gemeinwesens den Aufenthalt darin. Er hatte einen hohen Begriff von der Macht der Kunst. Aber er hielt sie für schädlich. Daß (…)

Risse, Risse 2

Das Ende der Malerei?

Zur Ausstellung «Painting on the move» in Basel
Oktober
2002

In der Geschichte der modernen Malerei war immer viel von ihrem Ende die Rede. Sogenannte «letzte Bilder» gehören zu ihrem festen Inventar. Wenn aber die zeitgenössischen MalerInnen meinen, endlich dem verkündeten Ende ihrer Kunst entkommen zu können, besiegeln sie es gerade damit tatsächlich. (…)

Context XXI, Heft 2-3/2003

„Bewohner des Staunens“ (Habitante del asombro)

Zeichnungen von Eduardo Cohen
Mai
2003

Die hier vorgestellten Zeichnungen sind Teil einer kleinen Serie, die Eduardo Cohen aus „Spass“ am Sterbebett während des Jahres 1994 produzierte. Sie stellen Cohens durchsichtige und klare Praxis dar, mit der er in Ausübung einer außergewöhnlichen Sparsamkeit der Mittel und mit freiem, (…)

Context XXI, Jahr 2005

Der private Briefwechsel Theodor W. Adorno/Lotte Tobisch

Februar
2005

Das Bruno Kreisky Forum für internationalen Dialog lädt in Zusammenarbeit mit Context XXI und dem Republikanischen Club Neues Österreich zur Lesung von Lotte Tobisch und Wolfgang Gasser. Nach einer Idee der Zeitschrift Context XXI. Lotte Tobisch-Labotyn Geboren in Wien. Ab 1943 (…)

Grundrisse, Nummer 14
Gerald Raunig:

Kunst und Revolution

Künstlerischer Aktivismus im langen 20. Jahrhundert
Juni
2005

Wien: Turia + Kant, 261 Seiten, 22 Euro Mit Kunst und Revolution hat Gerald Raunig ein ausgezeichnet geschriebenes, vielschichtiges Werk verfasst, das aus den verschiedensten Blickwinkeln mit Gewinn gelesen werden kann. Thema ist einmal, wie der Titel ja nahe legt, das zu klärende Verhältnis (…)

Context XXI, Jahr 2006

Wenn Manifeste in Pension geschickt werden (1)

Februar
2006

Eine kurze Geschichte der Avantgarden des 20. Jahrhunderts, referiert von Alexander Emanuely. Ein erster Teil wird einen Überblick darüber bieten, wie Dadaistinnen, Surrealistinnen, PataphysikerInnen und SituationistInnen sich als Avantgarden verstanden — und wie sie danach trachteten die (…)

Context XXI, Jahr 2006

Wenn Manifeste in Pension geschickt werden (2)

Februar
2006

Eine kurze Geschichte der Avantgarden des 20. Jahrhunderts, referiert von Alexander Emanuely. Ein erster Teil wird einen Überblick darüber bieten, wie Dadaistinnen, Surrealistinnen, PataphysikerInnen und SituationistInnen sich als Avantgarden verstanden — und wie sie danach trachteten die (…)

Grundrisse, Nummer 20
Öffentlichkeiten der Mujeres Creando

Wir besetzen das Fernsehen genauso wie die Straße

Juni
2006

Präsentation Ich kann mich Ihnen nur als Betrügerin vorstellen. Als Betrügerin innerhalb jeglichen Institutionengefüges, als eine Betrügerin, die Sinn, Wert und Kraft nur außerhalb gewinnt, außerhalb der Institution, außerhalb des Systems. Außerhalb und nicht innerhalb. Nicht innerhalb der (…)

Grundrisse, Nummer 22
Gerald Raunig, Ulf Wuggenig (Hg.):

Die Kritik der Kreativität

Band 6 der Reihe republicart – Kunst und Öffentlichkeit
Juni
2007

Wien: Verlag Turia + Kant, 251 Seiten, 2007, 26 Euro Aus dem Band 6 ist nicht die „Farbe der Wahrheit“ geworden, so wie es eigentlich im Heftchen, das über die Schriftenreihe des eipcp informiert, angekündigt wurde. Auf die Farbe des Buchumschlags müssen wir jedoch nicht verzichten: Was am (…)

Grundrisse, Nummer 27

Aspekte der Guerilla-Form

Bildende Kunst und soziale Bewegungen um 1968
September
2008

Die Geschichte von 1968 und der bildenden Kunst ist weder die Geschichte eines Jahres noch die eines vollkommen autonom funktionierenden gesellschaftlichen Sektors. Denn selten zuvor oder danach kam es zu dermaßen großen Überschneidungen zwischen dem künstlerischen und dem politischen Feld wie (…)

Context XXI, Jahre 2007-2020

Surrealismus

Mai
2009

André Breton hat 1935 geschrieben: „‚Die Welt verändern,‘ hat Marx gesagt; ‚das Leben ändern‘ hat Rimbaud gesagt: Diese beiden Losungen sind für uns das einzige.“ und somit die Richtung gezeichnet, in die der Surrealismus seit 1924 geht oder gehen will. Konsumiert man heute die Kunst (…)

Streifzüge, Heft 46

Alltag, zweidimensional

Wider die Diktatur der Bilder
Juni
2009

1 Kein Zufall: Die flachste Zeitung des Landes ist Bild betitelt. 2 Berlin-Mitte, U-Bahnhof Heinrich-Heine-Straße, aschgrauer Tag und Regenhimmel, wenige Schritte vom U-Bahnhof-Ausgang hinüber nach einem Wohnblock, dabei auch Plattenbauten, gehst du auf einen begrünten stillen Hof. Es ist (…)

Streifzüge, Heft 51
2000 Zeichen abwärts

... des guten geschmacks ...

■ Aramis
März
2011

aber ich gehöre ja zu jenen alten menschen, die schon bevor sie alt wurden, jede hoffnung auf eine „besserung“ der menschlichen verhältnisse, mit AUSSICHTSLOS zu beantworten pflegten. mein leben im abseits, auf selbst geschaffenen inseln spricht für sich. die büchse der pandora enthielt die (…)

Café Critique, Jahr 2016

Das gespaltene Subjekt des Erinnerns

Über Alfred Hrdlicka und Jean Améry
Februar
2016

Das Subjekt des Erinnerns war ursprünglich ein Antifaschist, ein später Anhänger der Volksfront-Idee. (Aus: Das Subjekt des Erinnerns? Hg. von Helene Belndorfer u.a. Klagenfurt: Drava 2011) So wird es noch einmal beschworen vom Hrdlicka-Denkmal, dem „Denkmal gegen Krieg und Faschismus“ von (…)